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Kirche, Corona und das Christkind

Die Coronasituation in China scheint weitgehend stabil zu sein. Als ich letzte Woche mit einem Kollegen aus New York telefoniert habe, wurde mir bewusst, wie gut es uns momentan hier in Shanghai geht. Er ist seit acht Monaten im Homeoffice und soziale private Kontakte gibt es aus Angst vor Ansteckung eigentlich gar nicht. Hier in China gibt es aufgrund der geschlossenen Grenzen und streng überwachter Einreise inkl. zwei Wochen Staatsquarantäne schon seit längerem keine offiziellen lokalen Coronafälle mehr. Das führt zu einem relativ normalen Alltagsleben. Zwar sind in größeren Menschenansammlungen Masken nach wie vor geboten, aber der Büroalltag ist normal und auch Kindergarten und Schule haben Regelbetrieb. Wir können innerhalb der Stadtgrenzen von Shanghai Ausflüge machen und uns auf Grillparties tummeln (doch davon im anderen Blogeintrag mehr).

Und obwohl auch die Kinos wieder offen haben, sind die Kirchen "coronabedingt" weiterhin geschlossen. Das führt dazu, dass die deutsche christliche Gemeinde sich an interessanten Untergrund-Orten zum Gottesdienst trifft, entweder in Privathäusern oder in europäischen Bars und Restaurants (mit teilweise skurielen Namen wie "Papa`s Bierstube"). Wir hatten einen sehr schönen Willkommengottesdienst nach den Sommerferien in einer Kellerbar, wo wir einen ökumenischen Gottesdienst gefeiert haben. Beim Abschlusslied sind dann aber doch die Tränen geflossen.





Auch die älteste Kirche, die Sheshan Basilika, im Westen von Shanghai hat weiterhin geschlossen. Sie steht auf dem größten Berg, den Sheshan Mountain, in Shanghai (Berg, haha, eher ein zartes Hügelchen). Die Kirche wurde1871 erbaut und gilt als eine der ersten großen christlichen Kirchen in Asien. Aufgrund der chinesischen Feiertage waren wir wild patriotisch fähnchenschwingend unterwegs. Skuriel: Der Ausblick vom Hügel bietet hauptsächlich Plattenbau-Hochhaus-Scharm und zwar in allen vier Himmelsrichtungen. Und unser abschließendes Picknick mussten wir irgendwann abbrechen, da wir (vor allem die Kinder) von den chinesischen Touristen intensivst bestaunt und fotografiert wurden. Der Ausspruch von Mathilda ist hier immer gültig "Mama, so viele Mense hier!".





Leider werden wir dieses Jahr an Weihnachten auch nicht nach Hause kommen können. Zwar dürften wir das Land verlassen und auch wieder einreisen, aber die Kinder müssen zwei Wochen in Shanghai sein, bevor sie wieder in die Schüle dürfen. Außerdem müssten wir uns auf zwei Wochen Quarantäne in einem staatlichen chinesischen Hotelzimmer ohne Klimatisierung (und damit ohne Heizung) einstellen. Schweren Herzens haben wir uns daher, und alle anderen Familien auch, entschieden hier zu bleiben.


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